Inhaltsbereich:
20.03.2018

Tag der Sozialen Arbeit (20. März): 50plus: Zu alt für den Arbeitsmarkt?

Arbeitnehmer über 50 sind von großem Wert für die soziale Arbeit.

Das Diakoniewerk schätzt die Stärken älterer ArbeitnehmerInnen und bietet unterschiedliche Beschäftigungsmodelle für diese Zielgruppe an. Anlässlich des Tages der Sozialen Arbeit am 20. März ist das ein starkes Zeichen für die Relevanz sozialer Berufe.


Gallneukirchen. Gute Konjunktur lässt die Arbeitslosenquote sinken, für Jubel ist es jedoch noch zu früh. In der Altersgruppe 50plus ist zwar auch ein leichter Rückgang zu verzeichnen, trotzdem bleibt die Generation 50plus die größte Gruppe am Arbeitsmarkt, die Probleme hat, eine Arbeitsstelle zu finden. Mitarbeitende über 50 sind jedoch durchaus fit, ihren Beitrag in Unternehmen zu leisten, ihren Beitrag in Unternehmen zu leisten - sofern sie einen Arbeitsplatz finden. Die Suche nach einer neuen Stelle und die erfolgreiche Integration in einem Unternehmen erweist sich oftmals als sehr schwierig.


„Im vergangenen Jahr konnten wir 65 MitarbeiterInnen über 50 im Diakoniewerk begrüßen. Das sind mehr als 16 Prozent der neu eingetretenen MitarbeiterInnen. Wir möchten auf die Erfahrungen und das Wissen der Generation 50plus nicht verzichten. Sie sind von großem Wert für uns. Dafür sind wir auch gefordert und bieten flexible Arbeitszeiten, gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen sowie spezielle Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen“, so Mag. Josef Scharinger, Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks.  


Das Diakoniewerk schätzt die Erfahrung und Motivation der über 50-jährigen MitarbeiterInnen.
25 Prozent der Arbeitnehmer des Diakoniewerks zählen zur Altersgruppe 50plus. Sie verfügen über langjähriges Wissen, Kompetenzen und auch Netzwerke und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Eigenschaften, die den jüngeren Arbeitnehmern zumeist noch fehlen. Darüber hinaus sind ihre Lernbereitschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, mit modernen Kommunikationsmedien umzugehen, oftmals viel stärker ausgeprägt als allgemein angenommen. Auch das Vorurteil, mit zunehmendem Alter würden die krankheitsbedingten Fehlzeiten steigen, wurde inzwischen statistisch widerlegt. „Als Unternehmen im Sozial- und Gesundheitswesen geht es uns aber auch sehr stark um die Diversität. Vielfalt zu unterstützen und zu fördern gehört zu unseren ureigensten Aufgaben. Wir sehen einen großen Vorteil darin, Teams zu haben die aus unterschiedlichen Persönlichkeiten, Kulturen, Religionszugehörigkeiten, ob mit und ohne Behinderung und natürlich auch Altersklassen zusammengesetzt sind“, so Scharinger. 


Die Vielfalt muss aber zunächst einmal erkannt, wertgeschätzt und auch richtig gemanagt werden.
Seit 2005 gibt es das Beschäftigungsmodell „Implacement Stiftung“ des Diakoniewerks: Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice Österreich werden dadurch unter anderem über 50Jährige in den Arbeitsmarkt erfolgreich integriert. Die Erfahrungen der Arbeitgeber sind durchwegs positiv. Das Implacement-Modell bietet die Chance, Fachkräfte gezielt für den Bedarf von Unternehmen auszubilden. Arbeitsuchende Personen erhalten dadurch die Möglichkeit, einen bedarfsorientierten Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu erhalten.


„Derzeit nehmen 21 über 50Jährige unsere Initiative in Anspruch. Rund 80 Personen über 50 wurden über unser Beschäftigungsmodell bereits ausgebildet. Die Integration von älteren Menschen in den Arbeitsmarkt ist unter anderem eine vielversprechende Möglichkeit, drohenden Fachkräfteengpässen vor allem im Sozialbereich zu begegnen“, ist Scharinger überzeugt.


„Wie ich mit der Ausbildung im Zuge der Implacement Stiftung begonnen habe, war die jüngste Kollegin 20, ich war 52. Zu Beginn war eine gewisse Unsicherheit da, mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Mischung gut für uns alle ist. Wir profitieren sehr voneinander, auch die unterschiedlichen Nationen im Team stärken das Wir-Gefühl.“, so Martin U., 54, ein ehemaliger Lehrer, der nun über die Diakonie Implacement Stiftung als Altenfachbetreuer arbeitet und in diesem Beruf seine Berufung gefunden hat.  


Neben dem Beschäftigungsmodell der Implacement Stiftung hat das Diakoniewerk große Hoffnung auf die Aktion 20.000+ gesetzt. Mehr als 30 Personen über 50 konnten im Zuge dieser Maßnahme im Diakoniewerk in unterschiedlichen Fachbereichen beschäftigt werden. Großes Augenmerk wird darauf gelegt, diese Gruppe von ArbeitnehmerInnen, die es am Arbeitsmarkt schwer hat, nach Abschluss der Aktion im Unternehmen zu halten. Qualifizierungsmaßnahmen werden dafür schon jetzt getroffen.


Bis zu vier Generationen arbeiten heute in rund 200 Einrichtungen des Diakoniewerks zusammen und bringen besondere Kompetenzen in die tägliche Arbeit ein. „Es kommt aber nicht so sehr darauf an, wie gemischt ein Team ist, sondern wie diese Diversität wahrgenommen und gelebt wird. Wer ein Miteinander nicht zulässt, wird es in jedem Job schwer haben – egal ob jung oder alt“, so Scharinger abschließen.


Mehr Infos zum Beschäftigungsmodell der Implacementstiftung finden Sie unter: https://syncare.at/p/implacement-stiftung/implacement


Bildunterschrift: Arbeitnehmer über 50 sind von großem Wert für die soziale Arbeit.
Fotocredit: Nadja Meister/Diakoniewerk


Rückfragen:
Mag. Andrea Obermühlner
Kommunikation & PR
Diakoniewerk
Telefon 07235 65 505 1320
Mobil 0664 88 971 957
a.obermuehlner@diakoniewerk.at


Arbeitnehmer über 50 sind von großem Wert für die soziale Arbeit.